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2007

Presse > Main-Post

Foto:Ferdinand Heiligenthal

Kapitale Fische an den Angeln
Zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle unter Leitung von Albin Schäfer zogen die Mitglieder der Fischerzunft mit Bürgermeister Thomas Schiebel, Herbergswirtin Jutta Richter und Ehrengästen vom Hotel Koppen zur Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Dort begannen sie mit Pfarrer Klaus Hösterey den 440. Zunfttag mit einem Gottesdienst. Die Zunftkerze trug traditionell das jüngste Mitglied, Ronja Roth.
Obermeister Thomas Hartmann berichtete am Nachmittag im Pressegespräch über die aktuellen Entwicklungen im Fischereibereich. In der Tradition der Zunftordnung sieht Hartmann die Aufgabe heute darin, den Fischbestand vor Schäden und Raubbau zu schützen, obwohl der Main wegen des Ausbaus zur "Autobahn für Schiffe" ihnen keinen optimalen Lebensraum mehr biete. Von der neuen Zentralkläranlage erhoffen sich die Fischer positive Auswirkungen auf die Wasserqualität. Allerdings habe man Einspruch gegen die vorgesehene Einleitung des geklärten Abwassers in ein Buhnenfeld erhoben, weil man die Verlandung des für die Jungfische wichtigen Flachwassers fürchtet. Die Fischer schlugen vor, eine Rohrleitung in die Strommitte zu verlegen.
Erfreuliches Ergebnis
Erfreulich sei das Ergebnis einer Untersuchung des Fischbestandes in der Saale, die die Bayerische Landesanstalt für Umwelt vorgenommen habe. Auf einer Länge von einem Kilometer wurden oberhalb des Campingplatzes 17 Fischarten festgestellt: Aal, Aitel (Döbel), Äsche, Barbe, Brachse, Flussbarsch, Gründling, Hasel, Hecht, Kaulbarsch, Laube, Nase, Nerfling, Rotauge, Rotfeder, Schleie und Zander. Die Bestandsaufnahme sei besser als erwartet ausgefallen, freute sich Hartmann. Er vermisste nur Forellen, was er auf das leichte Hochwasser am Untersuchungstag zurückführte.
Bei der Ausgabe der Angelkarten musste man einen Rückgang von zehn Prozent verbuchen. Das sei noch nicht problematisch und bewege sich im normalen Rahmen, meinte der Zunftobermeister. Trotz der deswegen reduzierten Einnahmen habe man die Investitionen für den Besatz um 2000 Euro erhöht. Auch bei der Anzahl der gefangenen Fische sei aufgrund der Meldungen in den Fangbüchern ein Rückgang festzustellen, obwohl die Eintragungen auch kapitale Fänge dokumentieren. Der größte Hecht war 105 Zentimeter lang, der stärkste Karpfen brachte es auf 61 Zentimeter und der Rekordzander hatte 78 Zentimeter Länge.
Mit Sorge betrachte man die Zunahme der Welse. Zwar wurden gegenüber dem Vorjahr mit 111 Welsen mehr als doppelt so viele gefangen wie im Vorjahr, aber trotzdem bedrohe der gefräßige Raubfisch die gewachsenen Bestände. Aus diesem Grund bietet die Fischerzunft zusammen mit dem Fischereiverband Unterfranken am 28. Juli 2007 eine Schulung an, in der das Angeln auf Wels mit einem Profiangler trainiert werden kann.
Dass die Artenvielfalt im Main interessant für Angler ist, beweisen die 22 Fischarten, die durch die Fangbücher nachgewiesen wurden. Das Führen dieser Bücher ist seit der gesetzlich verordneten Einführung ein Problem, berichtete Hartmann. Nicht einmal zehn Prozent laufen zurück. Daher habe sich die Zunft entschlossen, eine Pfandgebühr von fünf Euro zu erheben. Der Betrag, der von den nicht abgelieferten Nachweisen übrig bleibt, soll einer sozialen Einrichtung gespendet werden.
Gebühren für Karten erhöht
Die Angelkartengebühren mussten erstmals nach zehn Jahren angehoben werden. Die Jahreskarte kostet künftig 65 Euro, (für Jugendliche 40 Euro), die Monatskarte 28 Euro (18 Euro), die Wochenkarte 17 Euro (zwölf Euro) und die Tageskarte 8,50 Euro (5,50 Euro). Bei der Jugendkarte wurde das Alter von 16 auf 18 Jahre angehoben. Neu im Angebot ist in diesem Jahr eine spezielle Tageskarte zum Welsangeln für 15 Euro.
Mitglieder der Zunft fahren auf Wunsch die Angler im Schelch zu den Welsgründen. Für das Boot, das bis zu vier Angler aufnehmen kann, ist ebenfalls eine auf Anfrage festzulegende Abgabe zu entrichten. Abschließend erklärte Hartmann, dass die Fische aus Main und Saale bedenkenlos genießbar seien. Ein Bericht des Nachrichtenmagazins Focus, wonach die Umweltorganisation Greenpeace zu einem Ergebnis kam, dass besonders Aale stark mit Giften belastet seien, treffe für den Main und seine Nebenflüsse nicht zu. Ein Gegengutachten habe dies eindeutig festgestellt.
Vom Mainpost-Mitarbeiter FERDINAND HEILGENTHAL

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