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2010

Presse > Main-Post

Fischerzunft zieht positive Bilanz
Mit der Gewässerqualität und der Vielfalt der Schuppentiere in Main und Saale zufrieden

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Blaue Tracht vor weißer Pracht: An ihrem Jahrtag zogen die Mitglieder der Gemündener Fischerzunft zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle in die Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Der Zunfttag der traditionsreichen Gemündener Fischerzunft begann am Samstag mit dem Kirchgang. Zum "Petersburger Marsch" der Fischertrachtenkapelle zogen die Zunftmitglieder hinter ihrer Fahne vom Zunftlokal "Zum Koppen" zur Stadtpfarrkirche.

Als jüngstes aktives Zunftmitglied trug Jan Heurung die Zunftkerze, ganz wie es in der Zunftordnung aus dem Jahr 1567 festgelegt ist.

Nach der Eucharistiefeier, die Pfarrer Arkadius Kycia und Diakon Heribert Ranff zelebrierten, besprachen die aktiven und passiven Mitglieder mit Zunftobermeister Thomas Hartmann das vergangene Geschäftsjahr des Vereins und die künftigen geplanten Aktivitäten.

Zum Schluss der Versammlung konnten die aktiven Mitglieder Birgit Kursawe, Matthias Roth und Obermeister Thomas Hartmann ihre Urkunden und silbernen Nadeln für 25 Jahre Zugehörigkeit entgegennehmen.
Der Zunft gehören derzeit 15 aktive und elf passive Mitglieder an, die sich in das Vereinsleben der Stadt einbringen.
So nahm man unter anderem an den Unterfränkischen Kulturtagen teil und stellte für den Blumenkorso auf dem Mühlgraben die Schelche samt Fahrer zur Verfügung. Außerdem habe man auch wieder am Saalemusicum mitgewirkt. Am 6. Januar besuchte man mit einer Fahnenabordnung die Patenzunft Würzburg, die in diesem Jahr ihr 1000-jähriges Bestehen feiert.

Rückgang bei den Tageskarten

Beim für die Finanzierung der Besatzmaßnahmen wichtigen Angelkartenverkauf sei bei Jahres-, Monats- und Wochenkarten eine leichte Steigerung zu verzeichnen, während bei den Tageskarten ein Rückgang von zwölf Prozent festzustellen ist. Hartmann führt das darauf zurück, dass manche Angler bei den hohen Spritpreisen nicht mehr für einen Tag weite Anreisen in Kauf nehmen. "Die Tendenz geht eindeutig hin zur Jahreskarte, die 65 Euro kostet". Durch die Einnahmen konnten aus eigenen Mitteln 1000 Kilogramm Rotaugen, 200 Kilogramm Karpfen, 67 Kilogramm Aal, 8200 Stück Hechte, 18 000 Stück Zander und 103 Kilogramm Schleien eingesetzt werden, was einem Gesamtvolumen von 20 580 Euro entspricht. Dazu kommt der Besatz, der aus 7920 Euro Entschädigungsmitteln, beispielsweise von Kraftwerkbetreibern, finanziert wird.
Somit betragen die Aufwendungen für Fischbesatz im Main von Kilometer 206 bis 219,5 und auf 2,9 Kilometer Saale 28 500 Euro. Dass die Maßnahmen manchen Petrijünger mit einem stattlichen Fang belohnen, beweisen die abgegebenen Fangbücher. Demnach befanden sich unter den insgesamt 4,1 Tonnen geangelten Fischen beispielsweise ein Wels mit 20 Kilogramm, ein Zander mit 10,8 Kilogramm und ein dicker Karpfen mit zwölf Kilogramm. Mit der Gewässerqualität und der Vielfalt der Schuppentiere ist Hartmann zufrieden. Immerhin wurden 17 Fischarten nachgewiesen. Nicht zufrieden ist er dagegen mit dem Gesamtfangergebnis: "Das sind nur 69 Prozent des Vorjahres".

Ärger über den "Vogel des Jahres"

Den Grund dafür sieht der Obermeister eindeutig beim Kormoran. Dass der Fischräuber vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum "Vogel des Jahres 2010" ernannt wurde, nannte er "einen Frevel an der Fischerei und eine Frechheit". Erfreulich sei dagegen der Rückgang der Verstöße gegen das Fischereirecht. Es waren nur drei Anzeigen zu verzeichnen, was er auf die umfassenden Kontrollen im Gebiet der Zunft zurückführt.

Gute Tradition hat mittlerweile die Spende der Gemeinschaft an soziale Einrichtungen der Stadt. Nachdem im vergangenen Jahr die Stadtjugendpflege und die Jugendfeuerwehr bedacht wurden, erhalten dieses Mal das Kreisseniorenzentrum in der St. Brunostraße und der Gemündener Förderverein Hochwasserhilfe jeweils 300 Euro für zweckgebundene Anschaffungen.

Vom Main-Post Redaktionsmitglied Ferdinand Heiligenthal


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