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2011

Presse > Main-Post

Kosten für den Besatz gestiegen
Fischerzunft erhöht erstmals seit zehn Jahren die Preise für Angelkarten

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Fahnenträger Thomas Roth und Kerzenträgerin Michaela Rüth bei der Kirchenparade.


Es war ein arbeitsreiches Jahr“, meinte Thomas Hartmann, Obermeister der Gemündener Fischerzunft, beim Pressegespräch am Ende des 444. Jahrtags der traditionsreichen Gemeinschaft. Zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle begann der Tag mit einer Kirchenparade und einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul, zelebriert von Pfarrer Arkadius Kycia.

In ihrer „Zunftherberge“, dem Gasthof und Hotel Koppen, blickten die Fischer auf das vergangene Jahre zurück, zogen Bilanz und besprachen aktuelle Vorhaben. Hartmann ging auf die Fangberichte der Angler ein, die unter anderem 460 gefangene Aale, 200 Zander und 188 Karpfen belegten. Die 40 an Land gezogenen Welse brachten zusammen stattliche 540 Kilo auf die Waage.

Trotz der mitunter stattlichen Fänge war beim Angelkartenverkauf ein Rückgang von 18 Prozent zu verzeichnen. Hartmann führte das hauptsächlich darauf zurück, dass im vergangenen Jahr der Main lange zugefroren war und die Raubfischangler im Januar, noch vor der Schonzeit, ausblieben. Das belege vor allem der Rückgang von 25 Prozent bei den Tageskarten. „Weniger Einnahmen bedeuten für uns leider auch weniger Ausgaben“, begründete er die Reduzierung des Fischbesatzes. Immerhin konnten eine Tonne Rotaugen, 100 Kilogramm (kg) Schleien, 250 kg Karpfen, 44 kg Farmaale, sowie 10 000 Stück Hechte, 5000 Zander und 600 Forellen in Saale und Main eingesetzt werden. Die Maßnahme wurde aus Eigenmitteln mit 13 000 Euro finanziert.

Preise für Angelkarten erhöht

Aus Fördergeldern des Fischereiverbands Unterfranken, dem die Entschädigungen eines Kraftwerksbetreibers zu Grunde liegen, konnten für 9100 Euro 260 Kilogramm (kg) Rotaugen, 100 kg Farmaale sowie Hechte, Zander und Nasen dem Main zugeführt werden. Wegen der stark gestiegenen Besatzkosten werden erstmals seit zehn Jahren die Angelkartenpreise erhöht. Im vergangenen Jahr stellte man 360 Jahreskarten, 23 Monatskarten, 13 Wochenkarten und 608 Tageskarten aus. Künftig erhöht sich der Preis für die Jahreskarte von 65 auf 80 Euro, auch bei den anderen Karten gebe es Anpassungen. Hartmann betonte, dass die Mehreinnahmen „Eins zu eins“ in den Fischbesatz investiert werden und verwies auf die Internetseite der Fischerzunft www.fischerzunft-gemuenden.de, auf der die genauen Informationen zu den Gebühren und ihre Staffelungen zu ersehen sind.

Sorgen bereitet den Fischern die seit einigen Jahren über die Donau aus dem Schwarzmeerbereich eingewanderte Meeresgrundel. Der relativ kleine Bodenfisch hat außer dem Wels keine natürlichen Feinde in und über dem Wasser. Mittlerweile seien im Main vier Arten des in der Regel zehn bis 15 Zentimeter großen Räubers angekommen. Weil er gerade die Fischlaich und die Jungfischbestände massiv schädigt, hat die Gemündener Fischerzunft in Zusammenarbeit mit dem Angelverein Langenprozelten erstmalig in Unterfranken für ein Hegefischen einen Wanderpokal gestiftet, den der Angler mit den meisten gefangenen Meeresgrundeln erhielt. Wenig optimistisch stimmte Hartmann auch die vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz durchgeführte vierte Bestandsermittlung in der Saale.

Weniger Fischwilderei

Auf der zwei Kilometer langen Strecke oberhalb des Campingplatzes befand sich unter den 739 gefangenen, bewerteten und wieder zurückgesetzten 15 Arten erstmals keine Forelle. Bei den Schleien und Karpfen waren ebenfalls leichte Rückgänge zu verzeichnen. Positiv zu werten sei dagegen der Rückgang von Fischwilderei, was auf die Präsenz der Aufseher vor Ort zurückzuführen sei. Im vergangenen Jahr musste man deshalb nur einen Fall zur Anzeige bringen.

Mit ihren 38 Mitgliedern – Elena Irache Estebanez wurde bei dieser Versammlung neu aufgenommen – sei die Zunft auch in der Stadtgemeinschaft präsent ist, betonte Hartmann, der als Ehrengast Bürgermeister Ondrasch begrüßen konnte. Das zeigten die Teilnahme bei den kirchlichen Anlässen, bei der Aktion „Saubere Landschaft“, dem Saalemusicum oder auch Repräsentation der Dreiflüssestadt bei Traditionsveranstaltungen, wie dem Fischerstechen anlässlich der 1000-Jahrfeier der Fischerzunft Würzburg.

Von unserem Mitarbeiter Ferdinand Heilgenthal




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