Hompage2017

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

2012

Presse > Main-Post

Mit Kerze, Kapelle und Fahne zur Stadtpfarrkirche

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Kerzenträgerin Michaela Rüth war gut beschirmt
vom stellvertretenden Zunftobermeister Winfried Roth, ihrem Bruder.

Traditionsgemäß begann der 445. Zunfttag der Fischerzunft Gemünden mit dem Kirchgang.
Von der Zunftherberge, dem Gasthof Hotel Koppen, zur Stadtpfarrkirche Peter und Paul marschierten die Fischer zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle mit Zunftfahne und -kerze. Es begleiteten sie Herbergswirtin Jutta Richter und Bürgermeister Georg Ondrasch.
Den Gottesdienst mit Pfarrer Arcadius Kycia begleiteten ebenfalls die Musikanten unter Leitung von Albin Schäfer.
Nach der Zunftversammlung informierte Zunftobermeister Thomas Hartmann, auch in seiner Funktion als Vizepräsident des unterfränkischen Fischereiverbands, über die Aktivität der Zunft und die Entwicklungen der Fischerei am Main. Zunächst berichtete Hartmann über den Verlauf der Versammlung, die ihn in der Wahl ohne Gegenstimme für weitere drei Jahre im Amt bestätigte.
Sein Vertreter bleibt mit dem gleichen Ergebnis Winfried Roth.
Als neue Beisitzer wurden Matthias Roth und Birgit Hartmann gewählt, Kassier bleibt Petra Heurung.
Janin Heurung, die vorher bereits als passives Mitglied der Zunft angehörte, wurde als 18. aktives Mitglied von insgesamt 33 Zunftangehörigen in die Gemeinschaft der Fischer aufgenommen.
Auch 2011 habe man sich mit der Beteiligung an der Aktion Saubere Landschaft und dem Einsatz beim Saale-Musicum in das öffentliche Leben der Stadt eingebracht.
Für das 2017 zu feiernde 450-jährige Bestehen der Zunft wurde ein Festausschuss gegründet, der die Vorplanungen erarbeiten soll. Die Versammlung sprach sich dafür aus, dass das Jubiläum an einem Festtag gefeiert werden soll, wenn möglich beim Heimatfest mit einem traditionellen Fischerstechen der Zünfte.


Fangbücher weisen über 20 Fischarten aus Fischerzunft spendet für Jugendtreffs


Foto:Ferdinand Heiligenthal
Neuaufnahme Zunftobermeister Thomas Hartmann und Janin Heurung

Auf die aktuelle Lage der Fischerei in Gemünden ging Zunftobermeister Thomas Hartmann in der Jahresversammlung der Fischerzunft Gemünden ein. Er stellte einen Rückgang der Jahres-, Monats- und Wochenangelkarten um etwa 25 Prozent fest. Das sei ein Trend, der sich schon in den Vorjahren abgezeichnet habe. Dagegen sei bei den Tageskarten ein Zuwachs zu verzeichnen.
Dank der Gebührenerhöhung im vergangenen Jahr konnten trotzdem aus eigenen Mitteln 12 000 Euro für Fischbesatz investiert werden. Mit dem Geld aus verschiedenen Fördertöpfen, wie der Entschädigung vom Stromkonzern E.ON für die in den Kraftwerksturbinen zerstückelten Fische, belaufe sich die Gesamtsumme des Besatzes auf 20 000 Euro. Im Einzelnen konnten dafür 220 Kilo Farmaale, 1,5 Tonnen Rotaugen, 11 000 Stück Zander sowie Karpfen, Bachforellen, Hechte und Nasen eingesetzt werden.

Mehrere Ursachen
Die seit Jahren festzustellende Beeinträchtigung der Bestände habe viele Ursachen, erklärte Hartmann. Er nannte als Beispiele den Kormoran, die räuberischen Welse, die Turbinen und den Schiffsverkehr. Immerhin seien nach den Eintragungen in den Fangbüchern etwa 20 Fischarten gefangen worden, darunter befanden sich 18 Welse mit einem Gesamtgewicht von 164 Kilo.
Die Einzelauswertung habe ergeben, dass ein Angelspezialist, der offensichtlich nur auf Wels und Karpfen angelte, mit einer Jahreskarte für 80 Euro immerhin 127 Kilo Fisch aus dem Wasser gezogen habe. Die Fischwilderei halte sich in Grenzen, sprach Hartmann ein weiteres Thema an. Es erfolgten lediglich drei Anzeigen wegen Verstößen gegen das Fischeirecht.
Auch im laufenden Jahr sollen wieder heimische Fische in Main und Saale eingesetzt werden. Weil der Besatz mit Aal von der EU bezuschusst wird, werden am unterfränkischen Main insgesamt für 300 000 Euro Aale eingebracht, um dem drastischen Rückgang entgegenzuwirken. Erstmals sollen auch im Bereich Gemünden Weißfische aus den Altmühlseen, die dort überhandnehmen, in den Main gesetzt werden.
Preise bleiben stabil
Für die Angler in Main und Saale hatte Hartmann eine gute Nachricht: Die Angelkartenpreise bleiben stabil. Freuen können sich auch einige Jugendliche über einen Zuschuss von der Fischerzunft. Da auch in diesem Jahr nur etwa ein Fünftel der gegen eine Pfandgebühr von fünf Euro ausgegebenen Fangbücher zurückgegeben wurde, bleibt ein stattlicher Betrag übrig, den die Fischer jedes Jahr für einen guten Zweck spenden. Dieses Mal gehen 200 Euro an die Wernfelder Pfadfinder. Und die Jugendlichen in Seifriedsburg, Massenbuch und Hofstetten erhalten jeweils einen Materialgutschein über 200 Euro zur Verwendung für ihre Jugendtreffs.
Von unserem Mitarbeiter Ferdinand Heilgenthal

Apropos Geld: Die Jugend ist bekanntlich immer klamm und die Dreiflüssestadt Gemünden sowieso. Das weiß die ehrwürdige Fischerzunft. Sie kümmert sich nicht nur um die kalten Fische in den Flüssen, sondern zeigt sich auch den Mitmenschen gegenüber warmherzig. Beim Jahrtag griffen die Fischer wieder tief in ihre Zunfttruhe. Sie stiften diesmal den Wernfelder Pfadfindern sowie den Jugendtreffs in Hofstetten, Massenbuch und Seifriedsburg Materialgutscheine im Wert von jeweils 200 Euro. Nobel, das ist doch ein dreifach donnerndes Helau wert!

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü