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2013

Presse > Main-Post

Bilanz der Fischerzunft: 1,6 Tonnen Wels

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Kirchenparade: Mit dem Zug zur Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul beginnt üblicherweise der Zunfttag der Gemündener Fischer.


Zum 446. Mal seit ihrem nachweislichen Bestehen feierte die Gemündener Fischzunft am dritten Samstag im Januar ihren Zunfttag. Zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle zogen die Fischer in Tracht mit Fahne und Zunftkerze von ihrer Herberge, dem Hotel Koppen, zum Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Als Ehrengäste waren Herbergswirtin Jutta Richter und Bürgermeister Georg Ondrasch dabei.
Pfarrer Arkadius Kycia und Diakon Heribert Ranff zelebrierten den Gottesdienst, den die Fischertrachtenkapelle musikalisch gestaltete. Zunftobermeister Thomas Hartmann begrüßte 24 Zunftangehörige und öffnete die Truhe. Nach den formellen Besprechungen ehrte Hartmann, der auch als Vizepräsident des unterfränkischen Fischereiverbands tätig ist, die aktiven Zunftangehörigen Werner Hartmann für 25 Jahre und Siegfried Hartmann für 50 Jahre Mitgliedschaft.

27 200 Euro an Besatz
In einem Pressegespräch informierte der Zunftobermeister über die Entwicklung 2012 und über die Besatzmaßnahmen. Im vergangenen Jahr habe man aus Eigenmitteln 16 000 Euro und aus EU-Ersatzgeldern 11 200 Euro für den Fischbesatz aufgewendet. Die Fische wurden bei 15 Aktionen im Main auf der Strecke von Neuendorf bis zur Schleuse Harrbach und in der Saale von der Mündung bis nach Schönau eingesetzt. Darunter waren von Aal bis Zander unterschiedliche heimische Arten, auch Rotaugen und Brachsen und vor allem in der Saale Nasen und Rutten.
Der Bestand an Kormoranen sei seit zwei Jahren etwa gleich geblieben, während das Problem mit den über die Donau eingeschleppten Grundeln zunehme, berichtete Hartmann. Nachdem erkannt worden sei, dass der Flussbarsch ein guter Grundeljäger sei, investierte die Zunft von dem eigenen Besatzgeld 4200 Euro für Barsche. Leider zog wegen der starken Nachfrage auch der Preis bei den Zuchtanstalten spürbar an, sagte Hartmann.
Die Nachfrage nach Angelkarten entwickelt sich unterschiedlich. Die Zahl der Jahreskarten ist stabil, die der Monatskarten nahm zu, während bei den Tageskarten für den Main ein Rückgang von 29 Prozent und für die Saale sogar 42 Prozent registriert wurden. Nach den Vermutungen Hartmanns ist das auf die gestiegenen Spritpreise zurückzuführen, die für auswärtige Angler eine Fahrt nach Gemünden zu teuer werden lassen.

Attraktive Fischgewässer
Die Fangbücher weisen Main und Saale nach wie vor als attraktive Fischwasser aus, sagte Hartmann und nannte einige Beispiele. 2012 wurden 20 Fischarten gefangen, darunter vor einigen Wochen sensationell sogar ein Stör, der vermutlich über eine Zuchtanlage in den Main geraten war. Er habe den 60 Zentimeter langen Fisch selbst begutachtet und ihn wieder zurückgesetzt. Der größte Hecht maß 103 Zentimeter, ein Wels sogar 192 Zentimeter. Gefangen wurden insgesamt 108 Welse mit einem Gesamtgewicht von 1,6 Tonnen, außerdem 366 Stück Zander.
Ein Petrijünger hatte zehn Zander und drei Hechte im Fangbuch vermerkt und ein anderer Fischer sechs Fischarten mit einem Gewicht von zusammen 97 Kilogramm. Leider musste die Zunft auch fünfmal Strafantrag wegen eines Verstoßes gegen das Fischereigesetz stellen, sagte Hartmann.
Wie in den Vorjahren gaben die Fischer eine Spende für einen guten Zweck. Dieses Mal freuen sich die Paddelsportler des KSC Gemünden und des PSV Langenprozelten über jeweils 300 Euro, die für die Anschaffung von Schwimmwesten für Nachwuchskanuten verwendet werden sollen.

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Fischerehrung: Zunftobermeister Thomas Hartmann (links) ehrte für 25 Jahre Zugehörigkeit zur Zunft.
Werner Hartmann (Mitte) und für 50 Jahre Siegfried Hartmann (rechts).


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