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2015

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Fischerzunft hat noch 17 aktive Mitglieder
Thomas Hartmann, Winfried Roth und Petra Heurung an der Spitze bestätigt

Foto:Ferdinand Heiligenthal
Die Fischerzunft zieht durch die Stadt: Zum 448. Jahrestag der erstmaligen urkundlichen Erwähnung zogen die Zunftmitglieder, begleitet von der Fischertrachtenkapelle, durch Gemünden.

Der 448. Jahrtag der im Jahr 1567 erstmals urkundlich erwähnten Fischerzunft Gemünden begann wie immer mit dem feierlichen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, gehalten von Pfarrer Richard Englert und Diakon Heribert Ranff. Den Zug zur Kirche und zurück zur Zunftherberge Hotel Koppen mit den Zunftmitgliedern, der Fahne und Kerze, führte die Fischertrachtenkapelle unter Leitung von Albin Schäfer an, die auch den Gottesdienst musikalisch gestaltete. Erstmals nahm Bürgermeister Jürgen Lippert als Ehrengast am Zunfttag teil.
In seinem Grußwort dankte der Bürgermeister den Fischern für ihr Traditionsbewusstsein und das Engagement für die Stadt, das vor allem durch das Angebot für Angler ein wichtiger Faktor für den Tourismus ist. Auch Neuwahlen standen an, bei denen die Spitze des Vereins bestätigt wurde. Für weitere drei Jahre führt der seit zwölf Jahren amtierende Zunftobermeister Thomas Hartmann die Vereinigung, sein Stellvertreter ist weiterhin Winfried Roth und die Kasse führt wie bisher Petra Heurung. Thomas Roth wechselte vom passiven in den aktiven Status. Somit gehören der Vereinigung aktuell 16 passive und 17 aktive Mitglieder an.
Für 25 Jahre Zugehörigkeit wurden Michaela Roth und Juan Irache geehrt, für 30 Jahre Matthias Roth, Birgit Hartmann und Thomas Hartmann und für 40 Jahre Winfried Roth und Horst Hartmann. Auch in diesem Jahr soll wieder ein Betrag für soziale Zwecke gespendet werden: 300 Euro gehen an den Verein "Freude schenken" und 300 Euro an den Hospizverein Gemünden/Lohr. Hartmann wies Bürgermeister Lippert darauf hin, dass die Zunft im vergangenen Jahr einen Betrag für zwei Ruhebänke gespendet hat, die noch nicht aufgestellt sind. Der Bürgermeister sagte die umgehende Erledigung zu.
Auch am Saalemusicum beteiligt sich die Fischerzunft wieder, außerdem habe man nach langer Suche einen Platz für die Zunfttruhe gefunden, berichtete der Vorsitzende. Sie soll im Huttenschloss im neuen Raum für die Stadtgeschichte ihren Standort finden. Des Weiteren laufen die Planungen zum 450-jährigen Jubiläum in zwei Jahren an. Als Termin wurde das Patrozinium der Pfarrei, der Tag St. Peter und Paul, der 29. Juni, festgelegt, wozu die benachbarten Zünfte eingeladen werden, die auf der Saale ein traditionelles Fischerstechen durchführen. Damit werde auch das zeitgleich stattfindende Heimatfest aufgewertet.
Fischerzunft setzte Fische für 29 000 Euro ein
Über eine spürbare Steigerung des Fischbesatzes berichtete Zunftobermeister Thomas Hartmann beim Pressegespräch zum Jahrtag der Fischerzunft. Zwölfmal wurden im vergangenen Jahr Fische eingesetzt, in der Hauptsache Forellen, Hechte, Zander und Form-Aale, aber auch Rutten und Nasen. Dafür investierte die Fischerzunft insgesamt 29 073 Euro, wovon 12 410 Euro aus Zuschüssen der EU und des Kraftwerkbetreibers E.ON kommen.
Die deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr resultiert auch aus den um zehn Prozent gestiegenen Einnahmen aus dem Angelkartenverkauf. Es sei ein Trend zu Jahres- und Monatskarten festzustellen, wenngleich immer noch 680 Tageskarten ausgestellt worden seien. Mit 80 Euro sind die Preise für die Jahreskarte Main und Jahreskarte Saale gleich geblieben.
Das Problem mit dem Kormoran habe man dank der genehmigten Vergrämung und dank der Abschüsse einigermaßen im Griff. "Vor allem weil auch in der EU ein Umdenken einsetzte, seit man erkannte, dass ein Kormoran, der täglich ein halbes Kilo Fisch frisst und viele verletzt, kontraproduktiv für die Erhaltung der Vielfalt unter der Wasserlinie ist", stellte Hartmann fest.
Eine weitere Sorge, der seit einigen Jahren die Fischer beschäftigt, ist die eingeschleppte, gefräßige Schwarzmeergrundel, die sich vor allem an der Fischbrut gütlich hält. Es sei erfreulich, dass sich von den Raubfischen vor allem der Barsch auf den Zuwanderer eingestellt habe und ihm spürbar nachstelle.
Die Nachfrage nach Besatzfischen dieser Art ist stark gestiegen, deshalb kann die Zunft erst im Laufe des Jahres wieder Barsche einsetzen. Zur Erhaltung des Bestands wurde eine Schonzeit vom 1. Februar bis 30. April festgelegt und ein Schonmaß von 25 Zentimeter. Als Nebeneffekt der Grundeljagd werden die Barsche größer. So lag früher das Gewicht eines großen Barsches bei zwei Kilogramm, heute sind es fünf oder sechs Kilogramm, wie aus den Fangbüchern hervorgeht.
Die Bücher bestätigen, dass von Aal bis Zander insgesamt 22 Arten gefangen wurden. Unter anderem 268 Aale (im Vorjahr 254), 710 (711) Barsche, 154 (79) Hechte, 112 (136) Karpfen, 1346 (925) Rotaugen, 22 (24) Welse und 300 (136) Zander.
Wie stark die Grundel mittlerweile zugenommen hat, zeigt die Zahl der 8096 registrierten Fänge (Vorjahr: 1104). Die kapitalsten Fische waren ein Hecht mit 108 Zentimetern, ein Wels mit 120 Zentimetern und zehn Kilogramm, sowie ein Zander, der elf Kilogramm auf die Waage brachte. Leider mussten auch im abgelaufenen Jahr vier Verstöße gegen das Fischereigesetz zur Anzeige gebracht werden, sagte Zunftobermeister Thomas Hartmann.

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