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2016

Presse > Main-Post

Die Fischerzunft Gemünden am Samstag mit ihren Ehrengästen beim Kirchgang.

Foto:Ferdinand Heiligenthal

Zu den Klängen der Fischertrachtenkapelle unter Leitung von Albin Schäfer zogen die Mitglieder der traditionsreichen Gemündener Fischerzunft mit Bürgermeister Jürgen Lippert von der Zunftherberge, dem Hotel-Gasthof "Zum Koppen", am Samstag zur Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Dort feierte Pfarrer Richard Englert mit den Petrijüngern den Gottesdienst zum Jahrtag.

In der anschließenden Versammlung ehrte Zunftobermeister Thomas Hartmann das Mitglied Karin Roth für 40 Jahre Zugehörigkeit zur Zunft. Karin Roth war bei ihrem Eintritt die erste Frau in Unterfranken, die in eine Fischerzunft aufgenommen wurde.

Die Vereinigung der Fischer kann im kommenden Jahr das 450-jährige Bestehen feiern. Wie Obermeister und Vorsitzender Thomas Hartmann im Pressegespräch berichtete, laufen die Vorbereitungen bereits. Ursprünglich war für das Jubiläum das zweite Heimatfestwochenende vorgesehen. Weil die Heimatfesttage neuerdings nur noch ein Wochenende zum Patrozinium der Stadtpfarrei beinhalten und man davon ausgehe, dass dies 2017 ebenso der Fall sein werde, plane man dementsprechend für Sonntag, 2. Juli 2017. Dazu werden die unterfränkischen Zünfte auf der Saale ein klassisches Fischerstechen nach den hergebrach
ten Wettkampfregeln austragen.


Bundesumweltministerin zu Gast
Foto:Ferdinand Heiligenthal

Das Jahr 2015 sei für die Zunft relativ normal verlaufen, stellte Hartmann rückblickend fest. Ein Höhepunkt sei zweifellos der Besuch der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gewesen, die auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel in die Dreiflüssestadt gekommen war. Sie war sogar in Hartmanns Fischerschelch gestiegen und war beim Einsetzen von Fischen dabei. Allerdings habe man den prominenten Besuch auch auf die schwerwiegende Tierquälereien hingewiesen, verursacht durch die Turbinen der Kraftwerke an den Flüssen und Bächen. Wie erst kürzlich wieder berichtet, seien sie auch für den geschützten Aal oft eine tödliche Falle.
Mit der intensiven Landwirtschaft bis in Ufernähe sprach Hartmann ein weiteres Problem der Fischerei an. "Kaum regnet es einige Tage, wie jetzt, haben wir bei nur leicht erhöhtem Wasserstand in den Flüssen schon eine braune Brühe." Das komme auch zunehmend von den Drainagen in den Äckern, die eine Bearbeitung durch schwere Fahrzeuge und Geräte ermöglichen sollen. Der verstärkte Zufluss von mit Ackerboden durchsetztem Oberflächenwasser verschlammt Sandbänke und kiesigen Untergrund. Das bedeutet für Fischarten, die gerade diese Voraussetzungen zum Laichen brauchen, dass sie sich nicht mehr vermehren können.
Außerdem werde die vereinbarte Schonung der Uferstreifen von den Landwirten zu wenig beachtet. Die Ackerfurchen gingen mitunter unmittelbar bis an das Gewässer, was mit dem Rückgang der Wasser aufnehmenden Randstreifen und des Brachlands zu Beschädigungen der Ufer bei starkem Regen führt, ganz zu Schweigen vom Eintrag von Pestiziden.
Dank der Besatzmaßnahmen, für die im vergangenen Jahr 19 500 Euro aus eigenen Mitteln und 11 800 Euro aus Entschädigungs- und Fördermitteln aufgewandt wurden, seien Saale und Main bei den Anglern attraktiv. Dabei schöpfe die Zunft aufgrund einer Selbstbeschränkung die amtlich mögliche Ausgabe von Angelkarten nicht aus. Nach den zurückgelaufenen Fangbüchern wurden im Bereich der Zunft unter anderem 360 Aale, 822 Barsche, 4972 Grundeln, 132 Hechte, 56 Karpfen, 542 Lauben, 1010 Rotaugen, 16 Welse und 352 Zander gefangen. Unter den selteneren Arten fanden sich zwei Alande, vier Barben, vier Rapfen und zwei Rutten.
Weißfische brauchen Hilfe
Während man mit dem vermehrten Besatz von Barschen, die sich zunehmend von den eingeschleppten Grundeln ernähren, deren Population mittlerweile wirkungsvoll bekämpfen kann, geht der Weißfischbestand seit einigen Jahren stetig zurück. Die Brachse kommt nur noch sehr selten vor - in den Fangbüchern ist sie nur zweimal verzeichnet -, weshalb man verstärkt Weißfische einsetzen wird.

Die Anzahl der festgestellten Gesetzeswidrigkeiten gleicht mit fünf Strafanzeigen denen der Vorjahre. Dreimal wurde mit zu vielen Ruten geangelt, einmal gegen das Nachtangelverbot verstoßen, und ein Angler hatte einen gefälschten Angelschein. Ein Erlaubnisschein wurde eingezogen, weil der Inhaber nur kleine Fische angelte, sie in hohem Bogen wieder zurückwarf und nicht bereit war, auf eine Fangmethode für größere Fische umzustellen, berichtete Hartmann weiter. Ein Schwerpunkt der Auffälligkeiten sei derzeit die Saale oberhalb der abgerissenen Mühltorbrücke. Dort fanden sich fünf herrenlose Angeln und elf Angelschnüre, dazu ein Hecht mit 70 Zentimetern und zwei Barben mit je 40 Zentimetern Länge.

Zum Schluss des Pressegesprächs gab Hartmann bekannt, dass die Fischerzunft nach Abstimmung in der Versammlung - wie in jedem Jahr - eine gemeinnützige oder soziale Einrichtung unterstützen werde. Dieses Mal dürfen sich die Jugendfeuerwehren des Stadtgebiets freuen. Zum gemeinsamen Tag der Feuerwehr an der Stützpunktwehr Gemünden wird die Zunft 600 Euro für Verpflegung, Geräte und Organisationskosten beisteuern.


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